Die Entwürfe von Tulga und Feodora Tollu strahlen eine besondere Ruhe und Zeitlosigkeit aus. Dafür gibt es zwei Erklärungen. Zum einen die künstlerische Sicherheit, mit der die Künstler bewährte Gestaltungsprinzipien mit neuen Elementen verbinden. So sind die meisten Tollu-Teppiche symmetrisch gemustert, mit Bordüren versehen und alles in allem durchkomponiert, wobei auf Zahlenrelationen besondere Rücksicht genommen wird. Sie entsprechen in dieser Hinsicht dem seit dreitausend Jahren unveränderten (und bewährten) Grundschema orientalischer Teppichmuster. Der für traditionelle Teppiche typische horror vacui, also die Angst vor der leeren Fläche, ist in Tollu-Teppichen hingegen nicht zu finden. Mit reduzierter Musterung und großen einfärbigen Flächen begegnen sie dem Bedürfnis des modernen Menschen nach Schlichtheit und Übersichtlichkeit.

